Start » State of the art » Use Case Änderungsmitteilung
Fluid 4.0 zeigt, wie Änderungsmitteilungen mithilfe der Verwaltungsschale standardisiert, maschinenlesbar und nachvollziehbar über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg bereitgestellt werden können.
Wie im gesamten Maschinenbau gibt es auch in der Fluidtechnik gelegentlich Produktänderung. Deren strukturierte Weitergabe und ordnungsgemäße Interpretation stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Änderungsmitteilungen werden oft in unterschiedlichen Formaten erstellt und über verschiedene Kanäle verteilt. Dabei fehlt eine standardisierte Rückmeldung, ob und wie Änderungen umgesetzt wurden. Die Empfänger müssen die Informationen manuell prüfen, bewerten und in eigene Systeme übertragen. Das kostet Zeit und erhöht das Fehlerrisiko. Gerade bei sicherheitsrelevanten oder qualitätskritischen Komponenten kann dies schwerwiegende Folgen haben. Ohne einen durchgängigen, digitalen Standard bleiben Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Effizienz entlang der Wertschöpfungskette begrenzt.
Im Rahmen der Fluidtechnik-4.0-Aktivitäten veranstaltete der VDMA-Arbeitskreis Digitalisierung Workshops, um Pain-Points und Erwartungen von Disponenten zu erfassen, die sich tagtäglich mit Änderungsmitteilung befassen. Wenn Probleme entstehen, ist dies in der Regel ein Informationsproblem, das mit besseren und zielgerichteten Daten behoben oder ganz vermieden werden kann.
Die relevanten Informationen, wie z.B. Termin und Art der Änderung oder Auswirkungen auf den Kunden, wurden identifiziert und zusätzliche Wünsche aufgenommen.
Für diese Daten wurden Merkmalle definiert, an die ECLASS-Arbeitsgruppen zur Standardisierung kommuniziert und bei der IDTA als Teilmodellvorschlag eingereicht.
Die Digitale Änderungsmeldung liefert Mehrwerte für alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette. Mit dem Teilmodell Änderungsmitteilung in der Verwaltungsschale werden Informationen schneller, sicherer und zielgerichteter bereitgestellt. Unternehmen reduzieren manuelle Aufwände, vermeiden Fehler und gewinnen Transparenz über den gesamten Änderungsprozess.
Mit dem Teilmodell „Änderungsmeldung“ in der Verwaltungsschale ist ein durchgängiger, digitaler Prozess für die strukturierte Erfassung, Übermittlung und Verarbeitung von technischen Änderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglich. Änderungsinformationen werden nicht mehr als unstrukturierte Dokumente verteilt, sondern standardisiert, maschinenlesbar und systemübergreifend bereitgestellt.
Hersteller erfassen Änderungen einmal zentral. Diese Informationen werden mit Hilfe von Verwaltungsschalte automatisiert an Kunden, Zulieferer und interne Systeme weitergegeben. Medienbrüche entfallen, da die Daten direkt in ERP‑, PLM‑ oder QM‑Systeme übernommen werden können.
Empfänger erhalten Änderungsmitteilungen frühzeitig, vollständig und nachvollziehbar. Rückmeldungen zum Umsetzungsstatus lassen sich digital erfassen, wodurch Transparenz entsteht und Abstimmungen deutlich reduziert werden. Der Use Case ermöglicht so eine sichere, effiziente und skalierbare Kommunikation von Änderungen.
Anhand ausgewählter Fluidtechnikprodukte zeigen wir exemplarisch, wie Informationen für die Änderungsmitteilung strukturiert in Teilmodellen der Verwaltungsschale abgelegt werden. Die Beispiele sind bewusst typisiert, sodass sich die gezeigten Konzepte auf unterschiedliche Produkte, Anlagen und Workflows übertragen lassen.